Romana  Germana  

PARTNERSCHAFTSPROJEKT RUMÄNIEN      

 
 

HANDWERKLICHE SELBSTVERWALTUNG
 

Die Stärkung der handwerklichen Selbstverwaltung ist wichtigstes Projektziel bei allen Maßnahmen der Handwerkskammer Koblenz. Dies geschieht aus der Überzeugung und Erfahrung, dass Demokratie, Marktwirtschaft und Wohlstand am besten dann gewährleistet sind, wenn die Betroffenen ihre Angelegenheiten selbst regeln und dem staatlichen Gängelband weitgehend entzogen sind. Mitttelständisches Unternehmertum kann sich überall dort gut entfalten, wo weitgehende Handlungsfreiheit besteht, bei geregelten günstigen Rahmenbedingungen. 

In Deutschland regelt die Handwerksordnung den Handwerksbereich. Auch die Novellierung der Handwerksordnung stellt nicht in Frage, dass ein bestimmter ordnungspolitischer Rahmen für die Aufrechterhaltung von Qualitätsstandards, zur Sicherung des Verbraucherschutzes, vor allem aber zur Aufrechterhaltung eines hohen Ausbildungsniveaus notwendig ist.

Die deutschen Handwerkskammern haben von seiten des Staates wichtige Hochheitsaufgaben im Bereich der Berufsausbildung bekommen: sie führen das Lehrlingsregister, überprüfen ob Unternehmen die Bedingungen für die Lehrlingsausbildung erfüllen, führen die überbetriebliche Lehrlingsausbildung in den eigenen Berufsbildungszentren durch, organisieren Weiterbildungsmassnahmen für Gesellen und Meister, wirken bei der Gesellen- und Meisterprüfung mit.

In Bulgarien wurde nach intensiver Beratung durch die Handwerkskammer Koblenz im Frühjahr 2002 vom Parlament ein Handwerksgesetz verabschiedet, das sich in vielen Punkten an die deutsche Handwerksordnung anlehnt.

Im Rahmen des Partnerschaftsprojektes in Rumänien haben Experten von UCECOM, mit Beratung von seiten der Handwerkskammer Koblenz, den Entwurf einer rumänischen Handwerksordnung, nach deutschem Muster, erarbeitet. Die Gesetzesinitiative verfolgt die Schaffung eines Selbsverwaltungssystems für den Handwerksbereich in Rumänien, durch Gründung von Handwerkskammern, sowie die Einführung des dualen Ausbildungssystems.

Ende 2003 wurde von einigen Mitgliedern der Regierungspartei SPD unter Federführung des Abgeordneten Ioan Rus der Entwurf für das rumänisches Handwerksgesetz ins Parlament eingebracht, der jedoch leider im Frühjahr 2004 abgelehnt wurde.

Der Entwurf wurde von den Experten von UCECOM weiter verbessert, unter Berücksichtigung der Bemerkungen der Regierung und der Parlamentsausschüsse.

UCECOM identifizierte vier Parlamentarier der Demokratischen Partei welche die Notwendigkeit der Regelung des Handwerksbereichs empfanden und zwar: Herr Ioan Oltean, Quästor der Demokratischen Partei, Herr Daniel Buda, Abgeordnete des Kreises Cluj, Frau Monica Jacob-Ridzi, Abgeordnete des Kreises Hunedoara und Herr Ioan Zegrean, Abgeordnete des Kreises Bistrita. Anfang 2006 führten die 4 Parlamentarier eine Dokumentationsreise bei der Handwerkskammer Koblenz durch.

Der verbesserte Gesetzesentwurf wurde am 18 April 2006 erneut ins Parlament unter der Benennung Handwerksgesetz (Legea mestesugurilor) eingeführt (der Handwerksbereich wird in einer modernen, europäischen Auffassung betrachtet, die den Bereich des traditionellen Handwerks bei Weitem übertrifft).

Dezember 2006 gab die Regierung eine positive Stellungsnahme betreffend den Gesetzesentwurf ab und Marz 2007 wurde der Entwurf vom Senat, der obersten Parlamentskammer, verabschiedet. Zurzeit befindet sich der Entwurf bei der Abgeordnetenkammer, welche in diesem Fall die Entscheidungskammer ist.

Vom 22 bis zum 25 Mai 2007 unternahm eine multiparteiische Abgeordnetendelegation eine zweite Dokumentationsreise bei der Handwerkskammer Koblenz, um sich uber die deutsche Handwerksorganisierung naher zu informieren.

Man hofft auf die Verabschiedung der rumanischen Handwerksordnung noch vor den Parlamentsferien im Juli .

 

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